Geschichte
Die Geschichte der Versöhnungskirche und der GemeindeEntstehung des II. Pfarrbezirks von lutherisch SchötmarDie evangelisch-lutherische Gemeinde in Schötmar wuchs Ende der 1950er Jahre durch Zuzug vieler Menschen so stark an, dass sie Ende 1959 die Gründung einer 2. Pfarrstelle beantragte. Diesem Antrag wurde auf der Landessynode am 22.11.1960 stattgegeben und eine 2. Pfarrstelle bewilligt. Pastor Helmut Bastert trat 1963 diese Stelle an. Er hatte die Lutheraner in Schötmar vom Kiliansweg und Otto-Hahn-Straße bis zur B 239 sowie alle Nebenstraßen zu betreuen. In Knetterheide einigte man sich mit der reformierten Gemeinde Wülfer-Knetterheide 1966, dass alle Evangelischen gleich welchen Bekenntnisses (lutherisch oder reformiert) von der B 239 bis zur Oststraße, linke Seite der Bielefelder Straße, rechte Seite der Paul-Schneider-Straße zum lutherischen Pfarrbezirk gehörten. Durch diese Aufteilung entstand das Kuriosum, dass Familien schräg gegenüber dem Paul-Schneider-Haus zu Wülfer gezählt wurden. Pastor Bastert musste Pionierarbeit leisten in Knetterheide: ohne Gemeindehaus, ohne Pfarrhaus, einfach von seiner Wohnung in Bexterhagen oder von der Trinitatiskirche in Schötmar aus. Er sammelte die Gemeinde durch viele Besuche. Gottesdienststätte war die Trinitatiskirche in Schötmar. In seiner Wohnung kamen Mütter von Täuflingen als Mütterkreis und ein kleiner Frauenchor zusammen.
Bau des Paul-Schneider-Hauses Im Jahre 1964 wurde mit der Errichtung des Gemeindehauses nebst Pfarrhaus begonnen. Die Einweihung war am 1. Advent 1965. Der Architekt Langmark hatte gleich eine Kirche mit geplant; doch dazu fehlte das Geld; denn die junge Gemeinde war völlig mittellos, also auf Geld und die Genehmigung vom Landeskirchenamt angewiesen. Gottesdienst wurde nun im großen Raum des Paul-Schneider-Hauses sonntags gefeiert. 70 Plätze standen zur Verfügung. Wenn Festgottesdienste wie Konfirmationen, Heiligabend, Gemeindefest anstanden, musste umgeräumt werden. Der „wandernde Altar“ stand dann hinten an der Wand neben der Orgel, und der Konfirmandenraum sowie Altarraum wurden auch genutzt. Als Pastor Helmut Bastert im Herbst 1971 als Militärpfarrer nach Kiel ging, trat Pfarrer Ernst-Friedrich Tirpitz seine Nachfolge an mit dem Auftrag, für den weiteren Aufbau der Gemeinde und den Bau einer Kirche zu sorgen. Doch letzterer Wunsch ließ sich zunächst nicht verwirklichen. Immer wieder waren andere Vorhaben, die hohe Ausgaben bedeuteten, wie der Ausbau des Gemeindezentrums in Schötmar, vorrangig. Die drangvolle Enge im Paul-Schneider-Haus, besonders bei Festgottesdiensten, war allen eine Not. Für die Konfirmationen wich man später nach Wülfer aus. In der Woche galt Maßarbeit viel: jede Menge Umräumen, was unsere Küsterin Gisela Schulz und ihr Mann zu leisten hatten, um allen Gruppen gerecht zu werden.Der Kirchbau Anfang der 1980er Jahre versuchte Pfarrer Tirpitz beim Landeskirchenamt einen erneuten Vorstoß, den Bau der Kirche betreffend. Er hatte schon fast aufgegeben, aber der engagierte Kirchenälteste Dr. Seemann machte ihm Mut. Er war nämlich Synodaler, hatte also Sitz und Stimme in der Landessynode. Er sagte: „Sehen Sie zu, dass Sie den Entwurf für den Kirchbau fertig kriegen und dem Landeskirchenrat vorlegen. Ich setze mich für die Bewilligung ein, solange ich noch hier in Lippe bin“. (Ein Jahr später zog er als Ruheständler fort). Die Finanzierung war sehr schwierig, da die Gemeinde nur über geringes Eigenkapital verfügte. Die tatkräftige Unterstützung der Rechnungsführerin, Frau Schnecke, war eine große Hilfe. Nun ging es an die Arbeit, denn das Grundstück für die Kirche war nicht groß. Es war zu klären, wie der ehemalige Teich – später mit Müll zugeschüttet – beschaffen war. In all diesen Fragen standen der Kirchenälteste und Architekt Rudolf Neumann und sein Chef Heinrich Loos mit Rat und Tat zur Seite. Neumann „knobelte“ mit Pastor Tirpitz und dem Kirchenvorstand an einer brauchbaren Lösung, inbegriffen Zwischentrakt zum Paul-Schneider-Haus sowie Jugendräume und Platz für die Schwangerschaftsgymnastik im Untergeschoss der Kirche. Mit den fertigen Plänen fuhren dann die Kirchenältesten Dr. Seemann und Uta Deppermann sowie Pfarrer Eberhard Schendel von der lutherischen Gemeinde Bad Salzuflen nach Detmold, um die eigenen Argumente überzeugend darzulegen. Dies war nicht einfach, da es zu diesem Zeitpunkt zwei etwa gleichwertige von der Landeskirche zu fördernde Projekte gab. Es war ein hartes Ringen. Zuletzt genehmigte der Landeskirchenrat den Bau in der jetzigen Form, aber ohne Glockenturm. Im Oktober 1982 wurde bereits das Fundament gegossen. Dies war sehr arbeitsaufwendig und bedeutete unvorhergesehene Mehrkosten, da wegen des unsicheren Bodens eine Betonwanne und Tragpfeiler nötig waren.Das Richtfest Am 12.6.1983 war der Rohbau soweit, dass Richtfest gefeiert werden konnte. An diesem Tag wurde der Grundstein „Christus ist unser Friede“ hinten an der Wand des Paul-Schneider-Haus durch Superintendent Klaus Wesner feierlich enthüllt. Die Kinder der Gruppen von Elke Luig und der Frauenchor erfüllten den großen leeren Raum mit Leben: Flötenmusik, Tanz und Singen. Alles Geld, was an diesem Tag gesammelt wurde – es war gleichzeitig Gemeindefest – war für die Ausschmückung der Kirche gedacht. Auf Uta Deppermanns Initiative bastelten Jung und Alt aus Wäscheklammern Stühlchen, die unter dem Motto verkauft wurden: „Kauft euch einen Stuhl für eure neue Kirche“. Zu den an diesem Bau engagierten Personen kam nun noch der Künstler Hans-Helmuth von Rath hinzu. Er machte die Entwürfe für die Glasfenster, die Antependien und den Wandteppich zum Glaubensbekenntnis und beriet den Kirchenvorstand bei der Innenraumgestaltung. Alle Motive der Fenster drücken die „Versöhnung Gottes und Jesu Christi mit seiner Gemeinde“ aus. Die Frauen des Abendkreises stickten die verschiedenen Antependien – das grüne Antependium existierte schon – und webten die einzelnen Felder des Wandteppichs, alles unter Anleitung von Dorothea Schall. Ilse Krischker verdanken wir die wertvolle Altardecke. Den Altar stiftete der Martin-Luther-Bund. Unter dem Altar wurde die Bibel gemeinsam mit Dokumenten und theologischen Lehrbüchern versenkt, für uns nicht mehr sichtbar. Wie man sieht, beteiligten sich sehr viele Menschen unserer Gemeinde an der Gestaltung und Ausschmückung der Kirche, so dass es ein wunderbares Gemeinschaftswerk wurde, wirklich: Unsere Kirche
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Im Jahre 1964 wurde mit der Errichtung des Gemeindehauses nebst Pfarrhaus begonnen. Die Einweihung war am 1. Advent 1965. Der Architekt Langmark hatte gleich eine Kirche mit geplant; doch dazu fehlte das Geld; denn die junge Gemeinde war völlig mittellos, also auf Geld und die Genehmigung vom Landeskirchenamt angewiesen. Gottesdienst wurde nun im großen Raum des Paul-Schneider-Hauses sonntags gefeiert. 70 Plätze standen zur Verfügung. Wenn Festgottesdienste wie Konfirmationen, Heiligabend, Gemeindefest anstanden, musste umgeräumt werden. Der „wandernde Altar“ stand dann hinten an der Wand neben der Orgel, und der Konfirmandenraum sowie Altarraum wurden auch genutzt. Als Pastor Helmut Bastert im Herbst 1971 als Militärpfarrer nach Kiel ging, trat Pfarrer Ernst-Friedrich Tirpitz seine Nachfolge an mit dem Auftrag, für den weiteren Aufbau der Gemeinde und den Bau einer Kirche zu sorgen. Doch letzterer Wunsch ließ sich zunächst nicht verwirklichen. Immer wieder waren andere Vorhaben, die hohe Ausgaben bedeuteten, wie der Ausbau des Gemeindezentrums in Schötmar, vorrangig. Die drangvolle Enge im Paul-Schneider-Haus, besonders bei Festgottesdiensten, war allen eine Not.
Für die Konfirmationen wich man später nach Wülfer aus. In der Woche galt Maßarbeit viel: jede Menge Umräumen, was unsere Küsterin Gisela Schulz und ihr Mann zu leisten hatten, um allen Gruppen gerecht zu werden.
Anfang der 1980er Jahre versuchte Pfarrer Tirpitz beim Landeskirchenamt einen erneuten Vorstoß, den Bau der Kirche betreffend. Er hatte schon fast aufgegeben, aber der engagierte Kirchenälteste Dr. Seemann machte ihm Mut. Er war nämlich Synodaler, hatte also Sitz und Stimme in der Landessynode. Er sagte: „Sehen Sie zu, dass Sie den Entwurf für den Kirchbau fertig kriegen und dem Landeskirchenrat vorlegen. Ich setze mich für die Bewilligung ein, solange ich noch hier in Lippe bin“. (Ein Jahr später zog er als Ruheständler fort).
Die Finanzierung war sehr schwierig, da die Gemeinde nur über geringes Eigenkapital verfügte. Die tatkräftige Unterstützung der Rechnungsführerin, Frau Schnecke, war eine große Hilfe. Nun ging es an die Arbeit, denn das Grundstück für die Kirche war nicht groß. Es war zu klären, wie der ehemalige Teich – später mit Müll zugeschüttet – beschaffen war. In all diesen Fragen standen der Kirchenälteste und Architekt Rudolf Neumann und sein Chef Heinrich Loos mit Rat und Tat zur Seite. Neumann „knobelte“ mit Pastor Tirpitz und dem Kirchenvorstand an einer brauchbaren Lösung, inbegriffen Zwischentrakt zum Paul-Schneider-Haus sowie Jugendräume und Platz für die Schwangerschaftsgymnastik im Untergeschoss der Kirche. Mit den fertigen Plänen fuhren dann die Kirchenältesten Dr. Seemann und Uta Deppermann sowie Pfarrer Eberhard Schendel von der lutherischen Gemeinde Bad Salzuflen nach Detmold, um die eigenen Argumente überzeugend darzulegen. Dies war nicht einfach, da es zu diesem Zeitpunkt zwei etwa gleichwertige von der Landeskirche zu fördernde Projekte gab. Es war ein hartes Ringen. Zuletzt genehmigte der Landeskirchenrat den Bau in der jetzigen Form, aber ohne Glockenturm. Im Oktober 1982 wurde bereits das Fundament gegossen. Dies war sehr arbeitsaufwendig und bedeutete unvorhergesehene Mehrkosten, da wegen des unsicheren Bodens eine Betonwanne und Tragpfeiler nötig waren.
Am 12.6.1983 war der Rohbau soweit, dass Richtfest gefeiert werden konnte. An diesem Tag wurde der Grundstein „Christus ist unser Friede“ hinten an der Wand des Paul-Schneider-Haus durch Superintendent Klaus Wesner feierlich enthüllt. Die Kinder der Gruppen von Elke Luig und der Frauenchor erfüllten den großen leeren Raum mit Leben: Flötenmusik, Tanz und Singen. Alles Geld, was an diesem Tag gesammelt wurde – es war gleichzeitig Gemeindefest – war für die Ausschmückung der Kirche gedacht. Auf Uta Deppermanns Initiative bastelten Jung und Alt aus Wäscheklammern Stühlchen, die unter dem Motto verkauft wurden: „Kauft euch einen Stuhl für eure neue Kirche“. Zu den an diesem Bau engagierten Personen kam nun noch der Künstler Hans-Helmuth von Rath hinzu. Er machte die Entwürfe für die Glasfenster, die Antependien und den Wandteppich zum Glaubensbekenntnis und beriet den Kirchenvorstand bei der Innenraumgestaltung. Alle Motive der Fenster drücken die „Versöhnung Gottes und Jesu Christi mit seiner Gemeinde“ aus. Die Frauen des Abendkreises stickten die verschiedenen Antependien – das grüne Antependium existierte schon – und webten die einzelnen Felder des Wandteppichs, alles unter Anleitung von Dorothea Schall. Ilse Krischker verdanken wir die wertvolle Altardecke. Den Altar stiftete der Martin-Luther-Bund. Unter dem Altar wurde die Bibel gemeinsam mit Dokumenten und theologischen Lehrbüchern versenkt, für uns nicht mehr sichtbar. Wie man sieht, beteiligten sich sehr viele Menschen unserer Gemeinde an der Gestaltung und Ausschmückung der Kirche, so dass es ein wunderbares Gemeinschaftswerk wurde, wirklich: Unsere Kirche
Die Einweihung der Versöhnungskirche
Am Nachmittag war die Gemeinde erneut geladen. Architekt Neumann erklärte die achteckige Form des Kirchbaus, eine Bauform bereits aus der frühen Christenheit. Hans-Helmuth von Rath erläuterte die Fenster und den Wandteppich. Danach durften sich alle im Paul-Schneider-Haus – es musste doch wieder umgeräumt werden – an einer großen Kaffeetafel laben. Jetzt konnten Grußworte übermittelt werden, u.a. von unserer Partnergemeinde „Heilig Geist“ in Rostock, vertreten durch Käte Baukus und Anni Holz. Es folgte noch eine ganze Kirchweih-Woche: zwei musikalische Abende; ein Gottesdienst mit anschließendem Gemeindeabend als Dank für alle, die sich engagiert hatten; der Vortrag von Landessuperintendent Dr. Ako Haarbeck zum Thema Frieden. Zum Abschluss am folgenden Sonntag gab es nochmals einen Höhepunkt: ein Familiengottesdienst mit
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